Reiseziel Sanssouci

Blühte tragende Beete, britische Landschaftsgärten und Baudenkmäler aus der Zeit des Barocks – im Park von Sanssouci gibt es viele Sehenswürdigkeiten. Damit ein Ausflug hierhin nicht zum kräftezehrenden Marathon wird, sollte der Spaziergang gut vorbereitet sein. Wir geben Ihnen die nötigen Tipps für einen idealen Tag.

Der barocke Prunk von Schloss und Park Sanssouci ist längst vom höfischen Vorrecht zum Vergnügen für das Volk geworden – nicht einmal ein Eintrittsgeld schmälert die Freude am Lustwandeln. Wer die Bewahrung des zum Unesco-Welterbe zählenden Gartendenkmals trotzdem unterstützen möchte, zahlt aus eigenem Antrieb die von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) erstrebten zwei Euro.

Der Park wartet indes mit solch einer Vielfalt auf, dass aus Entdeckerfreude schnell Ernüchterung werden kann. Um sich dies zu ersparen, sollten sich Ausflügler im voraus mit einigen Eigenarten des Parks bekannt machen.

Die Aussicht beispielsweise, zu Ostern durch einen Ozean aus Frühlingsblüten zu waten, erfüllt sich nur an vereinzelten Stellen. Bekanntlich ist Sanssouci kein Stadtpark, welcher sich von vorne bis hinten als Blumenmeer darbietet. Wer sich an Osterglocken, Hyazinthen, Bellis und grazilen Stiefmütterchen ergötzen möchte, stattet dem sogenannten Parterre einen Besuch ab. Jenes ist das unterhalb der Terrassen des Schlosses Sanssouci gelegene Areal. “Die Gärtner haben die Beete nach den urschriftlichen Pflanzplänen des 18. Jahrhunderts arrangiert. Vollständig nach den persönlichen Neigungen Friedrichs des Großen”, teilt Stiftungssprecher Ulrich Henze mit. Doch nicht viele Meter weiter stellt sich die fürstliche Vegetation schon vollkommen anders dar.

Denn der Großteil des ungefähr 290 Hektar umfassenden Gebietes ist als sogenannter Landschaftspark im englischen Stil entworfen worden, welches im 19. Jahrhundert Mode war. Besonders die Bäume in beachtlicher botanischer Vielfalt rahmen die verschlungenen Wege. Alles erscheint “wie wild gewachsen” – und trotzdem ist hier nichts zufällig. Eine Scheinwildnis, über viele hundert Jahre geschickt gebändigt von Generationen von Gärtnern. Wer den Anblick von Blutbuche, Virginischem Blaureifwacholder und Flügelnuss genießt, ist im Süden der Hauptallee des Parks außerordentlich gut aufgehoben. Insbesondere rund um das Chinesische Haus herunter zu den Römischen Bädern beeindruckt der Park durch seinen vielfältigen Baumbestand.

Als Motto gilt: Kulturgeschichtlich und den Stil betreffend wird der Park von Ost nach West immer jugendlicher – und immer grünlicher statt farbenreicher. Abweichen lockern, wie immer, die Regel auf: Es gibt gedeihende Enklaven im landschaftsgärtnerischen Abschnitt. Wanderer richten dazu ihre Marschstrecke an dem sich nördlich und südlich der Maulbeerallee befindenden Botanischen Garten beziehungsweise Paradiesgarten aus. Dort erkundschaften die Besucher längs der Freilandrabatten ebenso wie in den Gewächshäusern attraktive Blütenpflanzen aus zahlreichen Erdteilen.

Als internationales Reiseziel für Touristen von Weltrang wartet der Schlosspark von Sanssouci noch immer mit so etwas wie “Geheimtipps” auf. Wer farbenprächtige Blüten sucht und dem saisonal ansteigenden Touristenstrom entfliehen möchte, biegt nach Süden ab, zum Schloss Charlottenhof. Direkt angrenzend und ebenso klein wie verträumt wie das Schlösschen ist der angeschlossene Garten. Pergolen, eine handvoll Bänke, knallige Frühjahrsfarben – hier gibt es die lautlose Romantik, nicht bloß für Verliebte.

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