Der SpreewaldPosted by admin on Januar 25th, 2011
Hinter Cottbus fängt die Spree an, sich zu verzweigen und zu verästeln. Schon ab Burg/Spreewald wird das Gefälle der Landschaft so gering, dass sie nicht mehr in ein Flussbett gezwungen wird und sich in ungezählte Arme aufteilt. Bei Lübbenau hat der Spreewalt in der Breite seine größte Ausdehnung. Die Spree bildet hier ein großes Binnendelta auf einer Fläche von mehr als 3000 Quadratkilometern. Über 300 natürliche Arme (in der Gegend Fließe genannt) und weitere künstlich angelegte Kanäle bilden ein verwirrendes Netz, in dem sich schon so mancher Hobbypaddler verirrt hat.
Dennoch ist diese Landschaft äußerst reizvoll. Das liegt natürlich auch daran, dass der Mensch hier nicht so schalten und walten kann, wie es ihm innewohnt. Schwere Baumaschinen sind im Spreewald nicht einsetzbar. Die Landschaft ist völlig unzersiedelt und nur an den Rändern des Spreewaldes gibt es mit Lübbenau, Lübben, Vetschau und Burg einige Kleinstädte. Die Einzigen Ansiedlungen im Spreewald sind die Dörfer Lehde uns Leipe, zu denen jeweils nur eine Stichstaße führt. Diese Dörfer versorgen sich teils noch heute durch die für die Region typischen Spreewaldkähnen, die einen geringen Teifgang aufweisen und deshalb auch abgelegene Areale erreichen können. Noch heute wird die Post in vielen Teilen der beiden Dörfer mit dem Kahn verteilt.
Im Inneren des Spreewaldes findet der Tourist noch eine völlig unberührte Landschaft vor. In diesen Naturschutzgebieten ist der Holzeinschlag untersagt, ganz unabhängig davon, dass er sich ökonomisch nicht lohnen würde, da die gefällten Stämme kaum abzutransportieren wären. Hier draußen dringt kein zivilisatorisches Geräusch an des Menschen Ohr, wenn nicht gerade ein Kahn mit besoffenen Touristen vorbei kommt.
Sicherlich sind touristische Kahnfahrten im Spreewald etwas sehr Erholsames und Entspannendes. Wer jedoch die Ruhe und Schönheit dieser Landschaft in ihrem Inneren entdecken möchte, der miete sich besser ein Kanu und fährt die abgelegenen Wasserwege entlang. Für Ortsunkundige ist es unerlässlich, eine Karte für Wasserwanderer mit sich zu führen, denn hier draußen funktioniert kein Navigationssystem und es kann passieren, dass man stundenlang kein anderes Boot trifft, um nach dem Weg zu fragen. Es gibt einige schöne Wirtshäuser mitten im Spreewald, wie „Wotschowska“, der „Fröhliche Hecht“ oder die nicht so stark von Touristen frequentierte „Dubkow-Mühle“.